Rebell: Mumia Abu Jamal

Die Medien – selbst eine Waffe von Megaunter­nehmensmacht – füttern die Angstmaschi­ne­rie, so dass die Leute geladen sind wie Knarren, um Krieg zu unterstützen mit Gerüchten, Unter­stellungen, Legenden und Lügen.*

Kreuzberg | 7.3.2011. »Voice of the voice­less« sagt bereits viel über den Journalisten und Aktivisten für die Rechte von Afro-Amerikaner_innen, Mumia Abu-Jamal aus. Diesen Namen erwarb er sich als Radio­journalist mit parteiischen, so­zial-politischen Reportagen in den 1970er Jahren in Philadelphia. »Free Mumia« ist hingegen der Aufschrei, der dieser Tage von Transparenten, Plakaten und Petitionen hallt. Mumia Abu-Jamal sitzt seit 30 Jahren in der Todeszelle, seit 1995 im Hochsicherheitstrakt in Pennsylvania. Er wurde zum Tode verurteilt, weil die US-Justizbehörden ihn in einem manipuliertem Verfahren des Mordes an einem Polizisten beschuldigten, den er nicht begangen hat. Mumia Abu-Jamal ist der heute wohl bekannteste »Todeskandidat« in den überfüllten Gefängnissen der USA.
Schon 1968 – im Alter von 14 Jahren – war er Aktivist im Umfeld der Black Panther Party, später schloss er sich der grün-anarchistischen Bewegung MOVE an. Seine Politisierung ging nicht zuletzt auf die so genannten »Rassenunruhen« 1964 in Philadelphia zurück, in deren Folge die schwarze Bürgerrechtsbewegung enorm Fahrt aufnahm.
Den Namen »Mumia« erhielt der als Wesley Cook geborene 1968 in einem Swahili-Sprachkurs; ein afrikanischer Name aus der Zeit der Mau-Mau-Aufstände. Nicht zu­letzt sein bekannter Ruf als gut vorbereiteter, schwarzer Journalist mit enormer Sprachbegabung, machte Abu-Jamal mit seiner politischen Haltung zum Angriffsziel des rassistischen Polizeiapparates. 1981 kam es im Zusammenhang einer Polizeikontrolle seines Bruders zu einer Schießerei, in deren Verlauf ein Polizist erschossen und der hinzustoßende Mumia-Abu Jamal angeschossen wurde. Im anschließend mit fraglich zusammengesetzten Geschworenen sowie erzwungenen Zeugenaussagen, wurde Mumia Abu-Jamal zum Tode verurteilt.
Seit den 1990er Jahren entwickelte sich eine weltweite Unterstützungsarbeit, nicht zuletzt, weil konservative Gouverneure jeweils auf die Vollstreckung des Todesurteils hinwirkten. Seit Ende der 1990er Jahre findet verstärkt ein nicht enden wollendes politisch-juristisches Tauziehen um das Leben einerseits und um das Recht der Wieder- bzw. Neuaufnahme seines Verfahrens statt. Rund um den Fall Mumia Abu-Jamal werden Fragen wie die rassistische Ausrichtung des Polizeiapparates, der Gerichte und des Gefängnissystems einerseits und andererseits die Abschaffung der Todesstrafe generell aufgeworfen. Mumia
Abu-Jamal hat mittlerweile mehrere Bücher veröffentlicht und schreibt beispielsweise für die linke Tageszeitung »Junge Welt« wöchentlich eine Kolumne, in der er sich zu aktuellen tagespolitischen Ereignissen kommentierend äußert. Sein Fall war bereits Thema vor dem Europa-Parlament, Mumia ist Ehrenbürger verschiedener Städte auf der Welt oder z.B. Ehrenmitglied der Gewerkschaft ver.di
Berlin-Brandenburg. »Um die Wahrheit zu erkennen, die hinter schwarzen Roben und Versprechungen von gleichen Rechten verborgen ist, brauche ich mich eigentlich nur im eigenen Land umzusehen: 40 Prozent der zum Tode Verurteilten waren im Dezember 1994 Schwarze, in Pennsylvania waren es sogar 111 von 184 Personen, also über 60 Prozent. Dagegen machen Schwarze insgesamt nur knapp über 9 Prozent der Bevölkerung Pennsylvanias aus und etwas weniger als 11 Prozent der US-amerikanischen Gesamtbevölkerung.« ** Zahlreiche Demonstrationen und Aktionen für das Leben von Mumua-Abu Jamal finden wöchentlich auf der ganzen Welt statt…
Informationen
Solidaritätsseite »Mumia-Hörbuch«
Wikipedia-Eintrag zu Mumia Abu-Jamal
Aktuelles zu Mumia auf labournet.de
FreeMumia.com
Millions for Mumia
Prison Radio
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Informationen zum Projekt »IKONEN ZUM ANFASSEN«

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