Rebell: Che Guevara

Die Revolution trägt man nicht im Mund, um von ihr zu leben, man trägt sie im Herzen, um für sie zu sterben.*

Kreuzberg | 20.3.2012. Ikone aller Ikonen könnte der cubanische Revolutionär und Marxist Che Guevara auch genannt werden. Sein Gesicht in Kombination mit den Worten »Hasta la victoria siempre« ist das weitbreiteste Motiv auf der Welt, das für Rebellion, Revolution, Emanzipation und Befreiung steht. In ganz Lateinamerika ist er ein Volksheld, für die linken Bewegungen weltweit steht er v.a. für die reale Möglichkeit eine Revolution bewaffnet durchführen zu können. Auch hat seine Symbolfigur etwas von David gegen Goliath, immerhin befreite er u.a. zusammen mit Fidel Castro und Camilo Cienfuegos das kleine Cuba 1959 aus den Klauen der US-Imperiums.
Auch seine Ermordung im Dschungel Boliviens 1967 unter politischer Führung der USA sowie die anschließende öffentliche Zurschaustellung, hatte nicht den gewollten Effekt der Abschreckung. Im Gegenteil, mit dieser widerlichen Siegergeste wurde Che Guevara zum Märtyrer erhoben. Zahlreiche Guerilla-Ansätze in Südamerika und anderen Teilen der Welt haben sich seine Guerilla-Taktik und Kampfmoral zu Eigen gemacht. Noch heute bezeichnen sich Gruppen als »guevaristisch«.
Zu seinem hohen Ansehen trug seine persönliche Haltung als Revolutionär maßgeblich bei, immer wieder versuchte Guevara die Idee des »Neuen Menschen« in seinem Auftreten und sozialem Umgang vorwegzunehmen. »Seid vor allem immer fähig, jede Ungerechtigkeit gegen jeden Menschen an jedem Ort der Welt im Innersten zu fühlen. Das ist die schönste Eigenschaft eines Revolutionärs«**, ist eine jener überlieferten Aussagen, die auf seine hohen moralischen Ansprüche Rückschlüsse zulassen.
Heute finden wir das Konterfei von Che Guevara auf Zigarettenschachteln, auf Turnschuhen, auf T-Shirts, Postern u.s.w. Der Mythos Che unterliegt der Kommerzialisierungsdynamik wie jedes Produkt im Kapitalismus. Sobald eine Information, ein Gegenstand, eine Idee, eine Person breite Zustimmung erfährt, ist es bzw. sie profitrelevant. Die äußere Form wird über das innere Anliegen, über die ursprüngliche Idee gestülpt, bestenfalls verkürzt und schon ist ein Symbol [ver-]käuflich. Seiner inneren Bedeutung [Revolution, Aufstand, Widerstand, Emanzipation, Schaffen des Sozialismus und des »Neuen Menschen«] entledigt, wird selbst der grundsätzlichste Gegner der auf Konsum aus- und abgerichteten Gesellschaft, zum leicht verdaulichen, widerspruchfreien Konsumprodukt. Che war Arzt, Motorradfahrer, Finanzminister, Asthmatiker, Freund des Rauchens, Vater, Kommandant, Befreier…
Informationen
Wikipedia | Che Guevara
Network Che Guevara | weltweites Netzwerk
Initiative »Cuba si«
Wikipedia | Kubanische Revolution
Buchtips
Che Die Biographie des Ernesto Geuvara | Paco Ignacio Taibo II| Edition Nautilus | 2002
Das Jahr in dem wir nirgednwo waren | Ernesto Che Guevara und die afrikanische Guerilla | Paco Ignacio Taibo II| ID-Verlag | 1996
Che: Eine Comic-Biografie | Hector Oesterheld, Alberto Breccia, Enrique Breccia | Carlsen Verlag | 2008
Kubanisches Tagebuch | Che Guevara | Kiepenheuer & Witsch | 2008
Bolivianisches Tagebuch | Che Guevara | Kiepenheuer & Witsch | 2008
Tagebuch einer Motorradreise 1951/52 | Motorcycle Diaries | Che Guevara | Kiepenheuer & Witsch | 2004
Tania: mit Che Guevara im bolivianischen Untergrund | Asma Esmeralda Portales | Atlantik | 2007
Filmtips
Che. Revolution & Che. Guerilla | Spielfilm | Steven Soderbergh | 2008
Die Reisen des jungen Che| Spielfilm | Walter Salles | 2004
Ernesto Che Guevara | das bolivianische Tagebuch| Dokumentarfilm | Richard Dindo | 1994
Che!| Spielfilm | Richard Fleischer | 1968
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