Am Puls zur rechten Zeit

Kein Zufall war es, dass in den Jahren 2010-2012 mehrere tausend Menschen im »Bündnis Dresden nazifrei« die aufkommedne Pegida-Bewegung, Gedenkfeiern von Rechten zum Jahrestag der Bombardierung von Dresden (13.2.1945) blockieren mussten.

Die lächerlichen Versuche von Verboten rechter Veranstaltungen seitens der Stadtverwaltung liefen juristisch absehrbar ins Leere. Sachsen ist seit 1990 unter CDU-Alleinherrschaft. Ein erzkonservativer Nährboden für faschistische Aktionen, Mordtaten und öffentliches Auftreten. Bis heute ist Sachsen ein gesellschaftliches Problemfeld rechten Ausmaßes.

Dank geht an alle Antifaschist*innen.

Zum Weiterlesen
Dresden Nazifrei
Interventionistische Linke -> Antifaschismus

Rebell: Peter Paul Zahl

Ode an Molotow

in den warmen sand
wollen wir uns setzen
meine freunde
und die worte sortieren

die bitteren und
die voller wut
füllen in eine rundbauchige flasche
sägespäne hinzu
und altöl und schrott
und viel benzin

mit worten
die zerschlissen sind
umwickeln die
flasche

und anzünden die lunte
aus hass
…dreiundzwanzig…
vierundzwanzig…
fünfundzwanzig…

hinter der barrikade
unserer liebe
abwarten die wirkung
unter den feinden

und später bäume umarmen
mit rissiger borke
aus freude
über den wiedergewinn
unserer freiheit*

Kreuzberg | 21.2.2020. Krimis, Kochbücher und Schelmenromane gehörten ebenso zu Peter-Paul Zahl wie zwei Staatsbürgerschaften, die deutsche und die jamaikanische. 2005 erlangte er seinen deutschen Pass nach jahrelangem Prozedere und Wiedereinbürgerung zurück, da ihm die bundesdeutschen Behörden den Pass eingezogen hatten, weil er ebenfalls einen jamaikanischen besaß, da er dort seinen Lebensschwerpunkt hatte.

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Erwarte keine andere Antwort als die Deine

Du sagst:
Es steht schlecht um unsere Sache.
Die Finsternis nimmt zu.
Die Kräfte nehmen ab.
Jetzt, nachdem wir so viele Jahre
gearbeitet haben, sind wir in
schwierigerer Lage als am Anfang.
Der Feind aber steht stärker da denn jemals.
Seine Kräfte scheinen gewachsen.
Er hat ein unbesiegliches
Aussehen angenommen.
Wir aber haben Fehler gemacht,
es ist nicht zu leugnen.
Unsere Zahl schwindet hin.
Unsere Parolen sind in Unordnung.
Einen Teil unserer Wörter
hat der Feind verdreht
bis zur Unkenntlichkeit.
Was ist jetzt falsch von dem,
was wir gesagt haben?
Einiges oder alles?
Auf wen rechnen wir noch?
Sind wir Übriggebliebene,
herausgeschleudert aus dem lebendigen Fluß?
Werden wir zurückbleiben?
Keinen mehr verstehend und
von keinem verstanden?
Müssen wir Glück haben? So fragst du.
Erwarte keine andere Antwort als die deine.

Bertolt Brecht | An den Schwankenden (1933)